Michael’s Choice | Maison Gassmann
Michael’s Choice
Den Einkauf der Designerkollektionen überlässt Geschäftsführer Michael Hahnloser lieber den Frauen. Umso mehr sucht er auf Reisen, in der Kunst oder Architektur nach Inspiration, die er ins Maison Gassmann einfliessen lassen kann. Was ihn durch den Herbst begleiten wird? Ein Einblick in vier faszinierende Entdeckungen.

LEKTÜRE

PATRICK SEGUIN: «LE CORBUSIER – PIERRE JEANNERET: CHANDIGARH, INDIA» (2014)

 

“Obschon ich Indien schon oft bereist habe, fasziniert es mich kulturell immer wieder aufs Neue. Ein Coffee- TableBuch, das meine Begeisterung für das Land mit derjenigen für reduziertes, abstraktes Design der Moderne kombiniert, ist «Le Corbusier–Pierre Jeanneret: Chandigarh, India».

Herausgegeben von der renommierten Galerie Patrick Seguin, dokumentiert es das Stadtplanungs-Projekt der beiden Schweizer Architekten, die kurz nach der Unabhängigkeit Indiens sozusagen eine «Carte Blance» für die Planung der Stadt Chandigarh erhielten.

Auf 432 Seiten wird eindrücklich und detailliert veranschaulicht, wie ein architektonischer Meilenstein des 20. Jahrhunderts kreiert wurde. Jeannerets und Le Corbusiers ganzheitlicher Ansatz beinhaltete dabei spektakuläre Bauten und die Herstellung von Möbeln, von welchen einige heute als Interior-Klassiker gelten.”

Patrickseguin.com

KUNST

MATIAS SPESCHA

 

“Über den Schweizer Künstler Matias Spescha bin ich wortwörtlich im Vorbeigehen aufmerksam geworden: Ich habe seine Werke mehrmals in der Galerie Werner Bommer angeschaut, die auf meinem Arbeitsweg liegt, und irgendwie liessen mich seine Malereien und Skulpturen nicht mehr los.

Seine reduzierte Kunst aus dem Expressionismus der Sechzi gerjahre wirkt auf mich wohl deshalb so anziehend, weil sie ein Gegenpol zur Reizüberflutung darstellt. In Zeiten der ständigen Erreichbarkeit, Beschäftigung und Mobilität strahlen seine sehr geordneten, ruhigen Bilder eine enorme Ruhe aus, die sich stark auf den Betrachter überträgt.

Der Bildhauer und Grafiker Matias Spescha wurde 1925 in Trun, Graubünden geboren und pendelte den grössten Teil seiner Schaffenszeit zwischen Bages in Südfrankreich und Zürich Seine kurz vor dem Tod entworfene Installation OGNA wurde 2013 in seinem Geburtsort eingeweiht.”

www.ogna.ch

DESTINATION

HOTEL CASTIGLION DEL BOSCO, ITALIEN

 

“Rein stilistisch passt das Castiglion del Bosco zwar nicht ganz zu meiner aktuellen Vorliebe für Minimalismus. Könnte ich mir aber einen Rückzugsort für den Herbst aussuchen, so würde ich in die malerischen, verwilderten Rebberge der Toskana reisen.

Das Castiglion del Bosco befindet sich knapp zwei Stunden südlich von Florenz im Val d’Orcia, in der Weinregion Brunello di Montalcino. Das antike Borgo, eine kleine, mittelalterliche Kommune mit dem Haupthaus des Hotels, überblickt die gesamte Region und bildet das Herzstück des Landguts. Das authentische Ambiente, die Detailverliebtheit sowie die unglaubliche Aussicht machen meine leichte Abneigung gegen den antiken Einrichtungsstil aber locker wett.

Das Hotel, das elf weitere Farmhäuser zum Grundstück zählt, welche je zu einer Luxusvilla umgebaut wurden, dürften kombiniert mit der Landschaft, dem kulinarischen Angebot sowie den Weingütern ein perfektes Herbstwochenende garantieren. Das Nonplusultra: der an das Hotel angegliederte Golfplatz, der zu den schönsten Italiens gehört.”

wine.castigliondelbosco.com

 

WEIN
SCHWEIZER PINOT NOIR

 

“Als grossen Weinkenner würde ich mich zwar nicht betiteln. Ein gutes Glas Wein geniesse ich dennoch oft und gerne, besonders mit meiner Kollegin Madelyne Meyer, die für unser Fotoshooting vorne in diesem Booklet Model stand. Den edlen Tropfen schenkte ich bisher selten die Aufmerksamkeit, die manche verdient hätten – bis vor kurzem, als ich begann, Schweizer Pinot Noirs zu trinken. Die «Königin der Trauben» wirkt weder aufdringlich noch dominant, weshalb sie das besondere Augenmerk gerade doppelt verdient hat. Ihre Vielseitigkeit nimmt man erst wahr, wenn man sich bewusst auf sie einlässt. Obwohl sich ein Pinot zu einer Vielzahl an Gerichten kombinieren lässt, geniesse ich ihn am liebsten zu einem guten Gespräch unter Freunden.

Die Stars der Szene? Georg Fromm, Daniel & Martha Gantenbein oder Martin Donatsch, allesamt aus der Bündner Herrschaft. Ihre Produkte können locker mit den Winzerkollegen aus dem Burgund mithalten. Aufstrebende Produzenten, von denen es ebenfalls zu probieren lohnt, heissen zum Beispiel Niggli-Möhr oder Lipp.”